Mehrstoffkocher Hexon von Edelrid im Test (Multifuel)

Oktober 1, 2016

Viele Jahre begleitete mich mein Mehrstoffkocher Nova+ von Optimus und leistete mir meist treue Dienste. Beim Paddeln in Schweden, beim Trekking in Norwegen, beim Bergsteigen in den Alpen… In den vergangenen Monaten muckte er aber immer wieder auf, ging plötzlich aus oder ließ sich einfach nicht entzünden. Auch ausgiebige Beschwörungen, liebevolle Reinigungsrituale und der ein oder andere Fluch halfen nichts. Und nebenher brannte der Kocher meines Partners weiter, weiter und weiter. Ein Hexon von Edelrid.

Hexon Edelrid vs. Optimus Nova+Der Mann verwendet den Kocher schon seit Jahren und ist immer noch zufrieden. Er betreibt ihn allerdings vernünftigerweise im Vergleich zu mir grundsätzlich mit Reinbenzin – ich war da etwas nachlässiger und verwendete Benzin von der Tankstelle. Wobei mir einige Leser und Bloggerkollegen bestätigten, dass sie es nicht anders handhabten, ihr Optimus-Kocher aber weiterhin einwandfrei laufe.

Durch einen netten Zufall kam dann aber plötzlich Edelrids Hexon in den heiligen Schrein des Ulligundschen Ausrüstungskellers und so wanderte der quietschgrüne Optimus recht schnell in die hinterste Kiste, während der kleine Schwarze von Edelrid das Feld übernahm. Entschuldige Nova, ich hab dich ja eigentlich immer noch lieb! Hätte ich dich doch mit feinerem Futter füttern sollen?

Robuster Hexon

Robuster Hexon MultifuelkocherDer Hexon jedenfalls kommt und funktioniert auf Anhieb. Auffällig ist die robuste Bauweise – da gibt es kaum etwas, das kaputt gehen könnte. Das sieht dann zwar etwas weniger hübsch aus (beim Optimus ist alles fein geschwungen und „schön“ konstruiert), macht aber natürlich Sinn. Alle Ventile und Einstellungsmöglichkeiten befinden sich direkt an der Flasche – beim Optimus sind es doch sehr viele filigrane Teile, auf die man aufpassen musste. Insgesamt scheint mir der Hexon deutlich stabiler.

Leistung und Brennstoff

Hexon von Edelrid im Test (Multifuelkocher)Obwohl er laut Hersteller eine geringfügig höhere Leistung hat, kocht das Wasser bei Nova und Hexon ungefähr gleich schnell. Besonders schön ist natürlich die Möglichkeit, dass man direkt auch eine Gaskartusche anschließen kann. Da kann der Nova+ nicht mithalten. Laut Hersteller Edelrid ist auch der Betrieb mit Petroleum kein Problem.

Die von vielen bemängelte Regulierbarkeit, die beim Hexon relativ schlecht sein soll, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Flamme lässt sich – zumindest mit der neuen Generation – meiner Meinung nach durchaus ausreichend fein bedienen. Natürlich reicht sie nicht ganz an die kleinste Stufe eines Gaskochers ran, aber es bleibt eben ein Multifuel.

Packmaß und Gewicht

Multifuelkocher Hexon von Edelrid vs. Nova+ von OptimusMit 220 Gramm ist der Hexon um die Hälfte leichter als der Nova+, das Packmaß gefällt mir beim „kleinen schwarzen“ auch etwas besser, denn der Schlauch ist völlig flexibel und nicht so störrisch wie beim Optimus.

Lieferumfang

Beim Hexon ist eine kleine Brennstoffflasche inklusive (nicht so beim Nova+), genauso wie ein Windschutz und ein paar Reparaturteile. Das praktische Tool vom Nova mit dem integrierten Magneten, mit dem man ganz einfach die Leitung reinigen kann, gibt es beim Hexon allerdings nicht. Das solle man mit einem kleinen Draht oder einer Bürste der Zahnbürste machen, wird vom Hersteller empfohlen.

Manko

Die Füße stehen beim Hexon selten wirklich alle auf dem Boden.Nach rund zwei Monaten mit dem Hexon stören mich zunehmend die etwas wackligen Füße – so richtig stabil steht der Kocher selten. Dabei ist nicht die Festigkeit der Füße selbst das Problem, sondern die etwas unterschiedlichen Ausrichtungen, wodurch von den sechs Auflagepunkten meist nur drei, vier wirklich auf dem Boden stehen. Auf unebenem Untergrund wird es noch kniffliger. Er fällt zwar nicht gleich um, aber zum Umrühren hält man den Topf doch lieber fest…

Außerdem scheint der Hexon mir einen Ticken lauter zu sein als der Nova+, wobei so ein Multifuel halt grundsätzlich nicht an das leise Rauschen eines Gaskochers kommt.

Fazit

Kleines Packmaß des Hexon von EdelridEin netter Kocher, der in gewissen Bereichen einen kleinen Vorteil gegenüber dem Nova+ besitzt (Robustheit, Gewicht, Packmaß)- das kann aber auch dem „Altersunterschied“ (ca. drei Jahre) geschuldet sein. Wer seinen Nova+ vernünftig mit Reinbenzin betreibt, wird mit ihm wahrscheinlich genauso glücklich, auch wenn er etwas schwerer ist. Wer allerdings Wert darauf legt, mit einem Aufsatz alle Brennstoffarten zu verwenden (inkl. Gas) sollte sich wohl für den Hexon entscheiden. Preislich unterscheiden sie sich kaum.

Den Kocher kann man zum Beispiel hier schnell und unkompliziert bestellen.

Dieser Kocher wurde mir von dem Allgäuer Onlineshop Outdoortrends kostenlos bereitgestellt, was keine Auswirkungen auf mein Fazit hat. Vielen Dank an dieser Stelle für die angenehme Kooperation!

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2 Comments

  • Reply Tom Juni 1, 2016 at 2:45 pm

    Ein Benzinkocher muss mit Benzin von der Tanke funktionieren, alles andere macht ja keinen Sinn, weil ich unterwegs eher selten Zugang zu Waschbenzin habe.

    • Reply ulligunde Juni 1, 2016 at 3:06 pm

      Das stimmt schon, andererseits sehe ich es eher so, dass er halt im Notfall auch mal eine Zeit lang mit normalem Benzin laufen können muss und – wenn es irgendwie möglich ist – er mit Reinbenzin betrieben werden sollte. So wird es ja zumindest von den Herstellern erklärt…

      Liebe Grüße!
      Erika

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