Momente: Rauschen

Januar 30, 2019

Mal kein wolkenloser Sonnenaufgang. Eine graue Wolkenschicht verdeckt die Sonne, die Farbstimmung ist aber doch irre schön. Ganz eigen. Der Horizont im Westen verfärbt sich tiefblau und setzt einen malerischen Kontrast zu den tief verschneiten Gipfeln davor. Alles ist weiß, auch das Tal. Ein herrlicher Winter. Und eine herrliche Tour: Einsam – zumindest bei uns. Wir waren so naiv und dachten, dass nach dem dicken Neuschnee gestern früh ein sonniger Nachmittag nicht ausreichen würde, um die zwei breiten Waldschneisen einer Allgäuer Standardtour zu verfahren. Aber doch, er reicht. Spontan entscheiden wir uns um, gehen in eine andere Richtung. Gipfellos, aber unverfahren.

Im Wald ein leises Rauschen. Erst fern, dann nah, dicht gefolgt von friedlich fallenden Vorhängen aus Pulverschnee. Sie werden von den Wipfeln gepustet und riseln durch das nadellose Untergeschoss der hohen Fichten hinab. Der prognostizierte Föhn.

Wir ziehen unsere Spur, kein Mensch und kein Tier begegnet uns an diesem Morgen. Kein Geräusch. Auch keine Möglichkeit für ein Foto, bis auf’s Pieps liegen alle Geräte daheim. Vergessen. Passiert mir in letzter Zeit öfter, ohne soziale Medien braucht man das Smartphone gar nicht mehr so sehr. Wir speichern die Stimmung im Kopf ab.

Die Abfahrt dann ein wahrer Traum. Der Skikurs von letztem Jahr macht sich wirklich bemerkbar. Zum Weltcup reicht’s nicht, aber muss ja auch nicht.

Um halb zehn stehen wir wieder am Auto. Ein Kuss. Ein Grinsen.
Und ab ins Büro.

 

[Das Titelbild stammt nicht von diesem Tag]

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