Ulligunde lebt wieder!

April 11, 2014

Der Blog scheint die vergangenen Wochen gemeinsam mit uns verreist sein – nur noch die Startseite war erreichbar. Ist natürlich eh jedem von Euch aufgefallen, ich weiß 😉 Na, jedenfalls haben wir hier in Montblanc (die Luft ist hier auf 300 hm nicht sonderlich dünn) plötzlich öffentliches, schnelles Internet gefunden, mit dem wir sie wiederhergestellt haben. Jetzt läuft hoffentlich alles wieder. Vielen Dank an all diejenigen, die Hinweise und Lösungsvorschläge geschickt haben! Letztendlich lag es an zwei Plugins, die jetzt, während der Reise sowieso nicht so wichtig sind.

Wir sind inzwischen gute drei Wochen unterwegs. Die Fahrt durch Frankreich kostete uns über 600 Euro und einiges an Nerven: Wir hatten 2013 den Bus von einem recht dubiosen Händler gekauft. Überraschenderweise war der Bus in herausragendem Zustand – nur eben alles, was er uns noch „zusätzlich“ dazugegeben hat, war Schrott. Der Fahrradhalter war unvollständig und kaputt, die Reifen schon recht zerschlissen. Wir als Auto-Honks haben darüber natürlich nicht nachgedacht  und auch der TÜV hatte nicht angemerkt, dass einer der vier Reifen 10 cm kleiner als anderen waren. Es gab noch einen weiteren Unterschied, den wir hier aus punktetechnischen Gründen besser nicht nennen. Nun, inzwischen steht unser Freddy jedenfalls auf vier nagelneuen, wunderschönen Reifen, deren Profile so tief sind, dass man den Grund kaum sieht. Völlig neue Erfahrung für uns 😉

Und das Französisch wurde durch zwei Werkstattbesuche auch noch etwas aufgebessert.

In Spanien!

Die ersten beiden Wochen verbrachten wir gemeinsam mit zwei anderen Freunden in Siurana. Es war in erster Linie stürmisch, hin und wieder regnerisch und chronisch bitterkalt. Trotzdem gelangen uns beiden Routen am bisherigen Limit und ich kämpfte recht erfolgreich gegen die nervige Vorstiegsangst.

Siurana gilt unter Kletterern als einer der spanischen Ultra-Hotspots. Es gibt unendlich viele Felsen und natürlich einige bekannte schwere Routen. Mich persönlich interessiert das ehrlich gesagt nur so halb – ich hab lieber kleine, beschauliche, aber dafür auch weniger besuchte Gebiete. Allerdings spricht Siurana nicht nur die Kletterer, sondern eben auch die Fotografen an – das Dorf liegt unglaublich pittoresk hoch oben auf den Felsen, einige hundert Höhenmeter weiter unten liegt ein Stausee. Der Blick reicht endlos weit. Die Sonnenauf- und –untergänge dort oben waren der absolute Hammer. Einige von den dort entstandenen Fotos gehören für mich schon jetzt zu den besten der gesamten Reise.

Szenenwechsel

Ausblick vom Klettergebiet Les Gralles bei MontblancAn einem heftigen Regentag verließen wir dieses mittelalterliche Städtchen (übrigens mit sage und schreibe 36 Einwohnern, laut Wikipedia. Gefühlt eher so fünf) und kurvten mit höchstem Scheibenwischerintervall an das nördliche Ende dieses Gebirges – direkt in den Sommer! Wie gut es tat – gestern noch mit Daunenjacke und Standheizung – heute mit Top und kurzer Hose. SO haben wir uns das vorgestellt! Zwei herrliche Klettertage in einem kleinen, aber höchstgenialen Klettergebiet folgten. Ab der Hälfte einer jeden Route hatte man eine unglaubliche Aussicht auf das Gebirge und das MEER (!!). Wunderschön.

Besser geht immer

Rocktrip-4003Und wenn man denkt, es geht nicht besser, kommt von irgendwo ein Lichtlein her. Oder eben die Idee, doch gleich noch in das Nachbargebiet am Nachbarhügel zu fahren. Wir deckten uns sicherheitshalber für sieben Tage mit Essen und Wasser ein und machten uns auf eine wirklich ruppige, steile Schotterstraße gefasst. So war es zumindest im Führer beschrieben. Letztendlich war die Straße zwar steil und teilweise doch etwas holprig, aber noch machbar. Belohnt wurden wir mit einem Klettergebiet, das erst kürzlich unvorstellbar liebevoll hergerichtet wurden sein muss. Ein großer, komplett ebener Parkplatz mit Aussicht, ganz eindeutige, aber natürlich markierte Zustiege und ein perfekt gepflegtes Gebiet. Da haben Leute wirklich sehr, sehr viel Mühe reingesteckt – und die Straße wurde im Zuge dessen wohl auch verbessert. Unglaublich. Die Routen waren der Hammer, alles war wunderbar gepflegt und gut in Stand. Schnell war für uns klar, dass wir hier wirklich länger bleiben würden. Wäre da nicht.. Tja, wäre da nicht das Gas. Direkt am ersten Abend machte unsere große Kartusche schlapp – Ersatz hatten wir selbstverständlich nicht dabei. Wäre auch viel zu groß. Mit der unregulierbaren Flamme unseres Jetboils schafften wir es doch, drei Tage mit Grünkernbratlingen, Eintopf (kleiner Trangia-Topf bis zum Anschlag gefüllt) und mit viel Salat, Tzatziki und Brot uns mehr als satt zu bekommen und hatten dort oben sehr, sehr geniale Tage.  Gemütlich mit dem Sonnenaufgang aufstehen, eine Stunde lang „Gymnastik“ und Dehnen (das klingt wirklich altbacken…), frühstücken, rumhängen, irgendwann an den Fels schlendern und abends völlig kaputt zurückkommen. Gute Tage!

Heute, mit erneuerter Gaskartusche, einer weiteren geschafften Route an meinem Limit und vor allem einer reparierten Ulligunde stehen wir nun in einer Seitenstraße irgendwo im Nirgendwo und freuen uns auf einen verdienten Pausetag morgen. Es wird wohl etwas nieseln, aber die Wettervorhersage für die folgenden Tage kennt dann wieder nur eins: Sonne pur. Kann man sich irgendwie dran gewöhnen!

 

 

 

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3 Comments

  • Reply Christian April 11, 2014 at 12:53 pm

    Hey Erika,

    das klingt ja alles höchst supergut. Und die Bilder erst! Ich könnte glatt neidisch werden. Ach was, ich bin neidisch geworden. 😉
    Freu’ mich schon auf euere weitere Reise oder viel mehr auf die Berichte mit vielen Bildern …

    Liebe Grüße
    Christian

  • Reply Gerhard April 11, 2014 at 3:27 pm

    GRATULIERE ZUR BLOG- AUFERSTEHUNG! Schöne Bilder. Das ist ja ein wirklich schöner Platz zum Bleiben.

  • Reply Steve April 12, 2014 at 1:33 pm

    Wow…geniale Bilder die für einen absolut genialen Roadtrip sprechen!
    Nach den ersten Startschwierigkeiten läuft alles wie geschmiert…so muss es sein!
    Weiterhin viel Spaß…ich freue mich auf die nächsten Bilder und Berichte!

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