Momente: Dankbar

Juli 15, 2018

Wo früher ein Hike zum Kopf leeren war, ist es heute ein Hike & Fly. Das Ergebnis ist das gleiche. Nur besser.

Den ganze Tag im Büro. Telefon. To-Do-Listen.
Das muss heute noch fertig werden!
Irgendwann ist sie leer, die Birne, umso freudiger nimmt man die Nachricht der Freundin an: »Heute Abend Geißfuß?«.

Durch die Stille der Bergwelt

Es dauert ungefähr 50 Schritte entlang dieses wunderschönen Tobels, bis der Druck des Tages abfällt. Mal vertieft im Gespräch, mal gedankenkreisend in der Stille der abendlichen Bergwelt geht es hinauf, der innere Sensor beharrlich mit einem Fühler bei den Bedingungen.

Nach zwei Stunden stehen wir am Grat, der Wind kommt nicht nur aus der passenden Richtung, sondern auch noch dazu mit einer idealen Stärke. Entspannung.
»Du zuerst?«.

Ein Schritt in die Heimat

Es braucht nicht viele Worte, am Ende ist jeder für sich allein verantwortlich. Und dann ist es nur noch ein kurzer Impuls an den Leinen, ein prüfender Blick und ein halber Schritt bis wir fliegen. Wir gleiten über den schimmernden Gaisalpsee, streifen entlang der – von unten so imposanten – Rubihorn Nordwand und staunen ein ums andere Mal über das unfassbar schöne Panorama hoch über dem Illertal: Trettach, Ifen, Grünten…
Heimat.

Pure Dankbarkeit.

Die Wolken strahlen im Sonnenuntergang, als wir sanft zurück auf der Erde aufsetzen. Ein paar Minuten später ist alles zusammengepackt und wir schlendern mit Rucksäcken zum Auto, die kleiner sind, als die von so manchen Tagesausflüglern.

Das Gefühl?
Pure Dankbarkeit für dieses Leben.

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6 Comments

  • Reply Matthias Juli 18, 2018 at 10:13 pm

    Wow! Nur ein paar Zeilen und Bilder, aber die brennen sich ein. Bei mir wenigstens 😉 Besser kann man solche Momente draußen online nicht teilen! Wobei das für fast alle Deiner Artikel gilt 🙂 Auch wenn ich in den Bergen oft eher unten in den Schluchten und auf den Flüssen unterwegs bin, ist bei mir jedenfalls gerade die Sehnsucht nach neuen Perspektiven von oben geweckt. Und ich erinnere mich wieder an meinen Vorsatz, doch mal näher an die Berge zu ziehen und abends öfter noch auf den Berg zu gehen…

    • Reply ulligunde Juli 19, 2018 at 5:35 pm

      Hi Matthias,
      so viele liebe Worte! Mit denen im Ohr mache ich jetzt direkt Feierabend, dann kann der Abend nur gut werden. Danke!
      Liebe Grüße,
      Erika

  • Reply Axel Juli 19, 2018 at 3:07 pm

    „…und wir schlendern mit Rucksäcken zum Auto, die kleiner sind, als die von so manchen Tagesausflüglern…“

    Zack, und schon war die Dankbarkeit wieder weg ? Schad‘!

    Ahja, und mit ultraleicht ist aber mit dem Gleitschirm nimmer oder? Was wiegt das Teil das du da hoch trägst?

    Ich weggezogener Tagesausflügler würde auch lieber meine Brötchen im Allgäu verdienen. Und vielleicht ’nen Porsche Cheyenne oder X5 oder so ein ähnlich total umweltfreundliches Auto fahren bei viel Tagesfreizeit so wie gefühlt 90% der Allgäuer Tourismusgwinnler vom Hüttenwirt bis zum Eventmanager und damit über die berechtigungpflichtigen Wege vom Ostrach- bis zum Dietersbachtal heizen.

    Obwohl, eigentlich nicht 🙂 Na, jedenfalls ich sehe was anderes an den Materialseilbahnen und in um O’dorf mit OA Kennzeichen parken und riden.

    Übrigens: nett, wenn man die DAV aufschlägt und dein fröhliches Model-Pic einen anlacht 🙂

    • Reply ulligunde Juli 19, 2018 at 5:43 pm

      Hi Axel!
      Genau so ist das, im Allgäu arbeitet jeder nur 10 Stunden die Woche und es fährt jeder X5. Ich mache nur irgendwas falsch 🙂
      Der Gleitschirm wiegt 2,5 kg plus nochmal ein Kilo für den Rettungsschirm. Noch ein paar Gramm kommen fürs Gurtzeug drauf, wobei das ganz leicht ist, wenn man denn will. Die Schirme, die man als Wanderer in Bergbahn-Nähe so beobachtet, sind allerdings meist ganz anders – viel größer, viel schwerer, aber auch für einen ganz anderen Zweck gemacht.
      Liebe Grüße!
      Erika

  • Reply Sandra Oktober 30, 2018 at 9:46 am

    Hallo Erika,

    was sind das denn für tolle, leichte Gleitschirme und wieso sind die so anders? Ich habe da keine Ahnung von, aber es klingt schon fantastisch irgendwo hochzuwandern und dann mit einem so leichten Gepäck wieder runter. 🙂

    LG Sandra

    • Reply ulligunde Februar 9, 2019 at 11:48 am

      Hi Sandra,
      es gibt von verschiedenen Herstellern inzwischen sehr leichte, klein packbare Gleitschirme. Wir haben den Pi2 vom Schweizer Hersteller ADVANCE und sind sehr arg zufrieden mit ihm 🙂 Der Pi2 ist für genau so Sachen ausgelegt, wie wir sie machen – andere sind dann z.B. größer, um weitere Strecken zurücklegen zu können oder so konstruiert, dass sie besonders gut für Akrobatik-Manöver taugen… Die Bandbreite ist einigermaßen endlos 😉
      LG!
      Erika

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