Zurück auf Anfang (Cape Pillar Track/Tasmanien)

Oktober 22, 2010

Als Christian und ich uns zufällig über den Weg gelaufen waren kam er gerade zurück vom Overlandtrack und ich vom Cape Pillar auf der Tasman Peninsula. Für den Overlandtrack blieb nicht mehr genug Zeit, für den South Coast Track schon gleich gar nicht und andere interessante Mehrtagestracks gibt es schlicht nicht. Außerdem ist dieTasman Peninsula so eindrucksvoll, dass ich sie gerne noch ein zweites Mal besuchte. Ich  war gespannt auf die Wirkung die dieser Ort nun auf mich haben würde – diesmal zu zweit, ohne die zehrende Einsamkeit in dieser großen Landschaft.


Das kurze Tiefdruckgebiet das uns während des Aufenthaltes im Südwesten Tasmaniens kaltes Wetter bescherte, hatte sich verzogen und so wanderte ich ein zweites Mal bei purem Sonnenschein und schon fast heißen Temperaturen auf bekannten Pfaden.

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Es war ein entspannter Abschluss für diese drei Wochen Tasmanien. Drei Wochen! Es fühlt sich viel länger an – der Geburtstag, der erste Tag zusammen mit Raffel und Niko auf Bruny Island,der Cape Pillar-Track allein, dann die spannende Zeit mit den vielen Wanderungen zu Zweit.

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Die Ausrüstung sieht aus als wäre ich ein Jahr unterwegs gewesen. Die Nähte an den Wanderschuhen lösen sich durch die häufige Reibung an den schroffen Dolerit-Steinen und die Beschichtung meiner Pfanne hat durchs viele Kochen  – vor allem auf heißem Feuer – ziemlich gelitten.

Der Schokoladenkonsum – von einem Tag!

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Luxus PUR: weichgekochtes Frühstücksei, die gleichmäßige Brandung im Ohr und die Sonne im Gesicht. 

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Es war eine atemberaubende Zeit, in erster Linie natürlich landschaftlich, aber auch zwischenmenschlich und kulinarisch. Als absolutes Highlight wird mir Lake Pedder und die Tour auf Mount Anne in Erinnerung bleiben; dieses beeindruckende Wolken-Sonne-Spektakel in Kombination mit der gemütlichen Hütte (und dem perfekt gebratenen Knobi-Steak!!) werde ich nicht so schnell vergessen. Auch die spannende Erfahrung Stefan kennen gelernt zu haben – den deutschen Aussteiger der uns im Sonnenuntergang Abalonen brachte, uns zum Lagerfeuer auf den großen Felsblöcken einlud und uns mit seinen interessanten Weltansichten und seiner beeindruckenden Lebensfreude und unendlichen Herzlichkeit beeindruckte, wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Und natürlich die glückliche Fügung per Zufall einen so genialen Reisepartner gefunden zu haben…

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Einmal im „antarktischen“ Ozean (9°C) zu schwimmen musste schon sein, wenn ich’s schon nicht im Gebirgssee geschafft habe. War irgendwie gar nicht kalt!

***

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Ich bin dankbar für jeden Tag den ich auf dieser unbeschreiblichen Insel verbringen konnte; dankbar, dass alles so glücklich gelaufen ist: Das immer passende Wetter, die gute Gesundheit, keinen Autounfall, keine Schlangen, beim Trekking nie verlaufen, so spannende Menschen, solch ein Reisepartner, das gute Essen, unglaublicherweise anscheinend immer die „richtigen“ Entscheidungen getroffen zu haben und die Landschaft, die Landschaft…Diese Landschaft!

Dass ich mit diesem unbeschreiblichen Glücksgefühl die Insel verlasse, liegt sicher auch an der inneren Einstellung und der Toleranz aus jeder Situation das Beste zu machen. Natürlich war es auf der zugigen Hütte am Mount Field kalt und die gefrorenen Schuhe erst recht, natürlich verhinderte der Nebel an den Walls of Jerusalem den Blick auf die sicherlich imposanten Felswände und natürlich war der platte Reifen nicht gewollt – aber dennoch bleibt nichts in Erinnerung, das anders hätte laufen sollen…Es war alles so perfekt!

…Diese letzten Zeilen schreibe ich bereits aus Sydney, der hektischen und lauten Metropole, dem Melting Pot Australiens – und vermisse die unbeschreibliche Ruhe der Natur Tasmaniens: Wenn der Nebel sämtliche Geräusche verschluckt, sich die großen Wolken lautlos vorbeischieben, die Morgensonne, die das Zelt rot bescheint, das gemütliche Geräusch des Gaskochers um die Milch zu erwärmen, die gleichmäßige, beruhigende Brandung nur wenige Meter vom Zelt entfernt… Ach, mir fehlen die Worte.

The Lord is my shepard, […] he leads me in right paths for his name’s sake. Even though I walk through the darkest valley, I fear no evil, for you are with me. 

He restores my soul.

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3 Comments

  • Reply eossegeltoern Oktober 22, 2010 at 4:39 pm

    Wieder SEHR eindrückliche Bilder und gute Texte in Deinen Blogberichten!In AUS. viel Freude und Reiseglück!Mama und Papa

  • Reply Sven April 21, 2012 at 9:48 am

    einfach nur WOW ! Richtig schöner Reisebericht! Gehen ende Oktober auch nach Tasmanien… nur die hälfte an Glück wär schon Traumhaft 🙂 Danke für die tollen Eindrücke!

  • Reply ulligunde April 21, 2012 at 4:04 pm

    Hi Sven! Wie lang wirst du denn in Tasmanien sein? Habt ihr euch schon Highlights rausgesucht, die ihr auf jeden Fall besuchen wollt?? …Beneide dich jedenfalls 🙂 Ist eine grandiose Insel!

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