Momente: Mal wieder ein Satz mit X

August 2, 2017
Irgendwann im Juli:

Ich sitze nach nur zwei Touren wieder am Ausgangspunkt. Diesmal allein. Diesmal ohne Angst, dafür mit einer Mischung aus Frust, Erleichterung und Traurigkeit.

Motivation für die großen Berge wäre voll da, aber einmal mehr wurde klar, dass es mir beim Bergsteigen weniger um die Tour, sondern um die Seilpartner geht. Rücksicht und das Erreichen des Ziels als Team sind mir wichtiger als ein weiterer, möglichst anspruchsvoller Gipfel. Und mutig bin ich womöglich nur mit den passenden Leuten, nicht mit einer Crew, deren Niveau um Welten höher ist als meins und das Verständnis für Angst gering ist. Ist das Mädchengetue? Hätte ich noch eine dritte Tour mitmachen sollen? Immerhin war es eine sensationelle Chance mit einem bergerfahrenen Profifotografen und auf Kosten der Tourismusbehörde die hohen Berge zu erkunden. Wirft man das einfach so hin? Ja? Nein? Ja?!

Ich schon. So viele Tränen flossen am Berg schon lange nicht mehr. Mimimi eben, kein toller Alpinist. Schade und frustrierend, aber der Preis ist mir an diesen Bergen einfach zu hoch.

Ich bin so enttäuscht.

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9 Comments

  • Reply Isabelle August 2, 2017 at 6:49 pm

    Absolut kein Grund enttäuscht zu sein. Man sollte seine Grenzen kennen und akzeptieren. Dazu stehen ist nicht enttäuschend, sondern mutig und klug 👍🏼

    • Reply ulligunde August 9, 2017 at 6:28 pm

      Hi Isabelle,
      stimmt völlig! Im ersten Moment klatschten da nur Erwartungen und Realität gegeneinander. „Sometimes you win, sometimes you learn“ 🙂
      LG!
      Erika

  • Reply Joachim August 2, 2017 at 7:40 pm

    Kein Grund zur Enttäuschung. Dein Leben ist voller spannender Abenteuer und Du hast mal wieder eine gute Lektion gelernt. Ausserdem haben wir uns mal wieder gesehen. 🙂

  • Reply Thomas Wolf August 3, 2017 at 12:24 pm

    Sehs doch mal anders. Auch wenn Du meinst kein abgebrühter Alpinist zu sein, dafür hast Du´s super drauf zu schreiben und damit super toll Emotionen zu transportieren.
    Freu Dich einfach daran das Du einen Freund hast mit dem Du tolle Touren erleben kannst.
    Ist nicht selbverständlich.

    Grüssle aussem Frankenjura
    Tom

  • Reply Bianca August 8, 2017 at 5:49 pm

    Das wirklich Mutige ist doch, dass Du weißt, wo Deine Grenzen sind und Nein sagen kannst. Und vergebens sind solche Erfahrungen nie, denn man lernt daraus. Für die nächsten Touren und die nächste Herausforderung. Mir sagte jemand kürzlich mal: „Sieh nicht immer nur nach vorne, zum unerreichten Ziel. Sieh auch nach hinten und bestaune, was du schon alles geschafft hast!“

    Kopf hoch liebe Erika, Du bist wunderbar, so wie Du bist 🙂

    • Reply ulligunde August 9, 2017 at 6:30 pm

      Liebe Bianca,
      dankeeee für Deine lieben Worte! Die Sache ist schon wieder vergessen, bleibt die Vorfreude auf die ein oder andere geplante Tour schon länger 😉 Und wer weiß, vielleicht erfüllen wir uns schon an diesem Wochenende den Traum einer dieser Touren – dann eben in einem professionellen „Mimimimi“-Team 🙂
      LG!
      Erika

  • Reply Birgit September 3, 2017 at 11:44 am

    Liebe Erika,

    ich war vor kurzem in den Bergen als absoluter Angstschisser. Anders kann ich es nicht sagen. Nun werde ich gerade Fan Deines Blogs hier und lese so gerne von Deinen Erlebnissen!

    Was Grenzen bedeuten, weiß ich nur zu gut, und so kann ich Dir sagen: Es ist gut, wenn Du Deine erkennst. Und ja, es ist traurig und Du fühlst Dich in so einer Situation sicher gar nicht wohl. Aber die Grenze zu weit entfernt von Dir zu stecken, ist nicht hilfreich. Habe ich leider gerade erlebt, und uff, es ist noch einmal gut gegangen. Aber ich könnte darüber heute noch weinen statt stolz zu sein, es geschafft zu haben.

    Insofern hast Du meinen großen Respekt für das Erkennen Deiner Grenzen und auch für alles, was Du schon erreich hast!

    Ich werde weiter sehr gerne bei Dir lesen.

    Liebe Grüße

    Birgit

    • Reply ulligunde September 3, 2017 at 11:55 am

      Liebe Birgit,
      vielen Dank für Deine lieben Worte! Das Schöne am Bergsteigen ist ja, dass es für jeden Komfortbereich etwas passendes gibt und es – wenn man sich nicht gerade mit stärkeren ungut vergleicht – auch genau dort seine Freude findet. Schön, dass Dein ungewollter Ausflug außerhalb der Komfortzone gut ausging – so weißt du jetzt wenigstens genau, was Du so schnell nicht nochmal brauchst. Und wer weiß, vielleicht stehst Du in ein paar Jahren wieder genau an solch einer Stelle und kannst stolz feststellen, dass Du Dich dort inzwischen wohl fühlst? Ich halte alle Daumen, dass es so kommt! Und bis dahin: Viel Freude und Gesundheit bei allen weiteren Unternehmungen in den Bergen!

      LG!
      Erika

  • Reply Michaela Schmit November 29, 2017 at 9:59 am

    Ich finde sowieso die Stärke von uns Frauen liegt mehr im Realismus, also im Einschätzen von Stärken UND Schwächen als in heroischen Erzwingen.
    Und du schreibst auch noch darüber Erika!
    Für mich eine wertvolle Ergänzung zu den 0815 Erfolgsartikel.
    Bitte weiter so 😀
    Lieben Gruß
    Michaela

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