Spontan auf den Widderstein

Mai 15, 2015

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Der Wettergott hat ja erfahrungsgemäß etwas gegen früh geplanten Bergfahrten, weshalb es wenig überraschend war, dass auch diesmal die Vorhersage nicht passte. So verschoben wir die geplanten Nordwände um wenige Tage und weiteten die Unternehmung spontan auf Montag statt auf Donnerstag aus. Ergebnis: Donnerstag frei. Was tun!?

Am Widderstein im MaiIch hatte da ja schon länger die Idee, einmal auf den Widderstein zu steigen – am besten natürlich abseits der Saison, weil man immer hört, dass der Gipfelaufbau so steinschlaggefährdet sei, wenn viel los ist. Und weil für ganz Wilde der Widderstein ja auch als steile Skitour möglich ist, kommt man da offensichtlich im Winter hoch. Und wo man hoch kommt, kommt man im Schnee schon auch irgendwie runter und deshalb: Will ich versuchen. Die Suche nach Mitstreitern brauchte etwas, aber letztendlich fanden sich doch zwei Bergler, die Zeit und Lust hatten.

Widderstein? Im Mai? Meinst des ernst?

Ich weiß ja nicht, ob das irgendwie naiv war, aber am Ende war klar: Es geht. Und zwar ganz problemlos. Der Widderstein ist mit 2533 m einer der höchsten Berge im Allgäu und wartete heute mit überraschend wenig Schnee auf. Einzig in der Rinne am Gipfelaufbau lag noch Schnee – glücklicherweise, denn sonst hätten wir Steigeisen und Pickel umsonst mitgebracht.

Aber von Anfang: Um sieben ging es noch etwas verschlafen auf den breiten Wegen ins Bärgunttal und weiter in Richtung Hochalppass. Es war ein komisches Gefühl: Es ist schon ewig her, dass ich das letzte Mal mit Bergschuhen wo raufgestiegen bin. Wir sind zur Zeit halt recht exzessiv beim Sportklettern – stundenlang einfach irgendwo hochzuwandern, nur um irgendwann oben zu stehen, das ist da irgendwie fast schon ungewohnt 🙂

Überraschend wenig Schnee

Bis zum Hochalpass waren nur vereinzelte Schneefelder, die größtenteils einfach umgangen werden konnten. Und auch der Gipfelaufbau sah aper aus. Natürlich fiel der Blick auf die massige Süd-West-Wand, durch die der Anderl-Heckmair-Gedenkweg führt: Noch so ein Punkt auf der Kletter-Wunschliste! Aber diesmal ging es vorbei an dieser Wand und ab in die breite Rinne. Spannung! Werden wir den Schnee umgehen können, sind es nur flache Stücke oder braucht es gar Steigeisen? Wir stiegen teils weglos im überraschend festen Schrofengelände nach oben und konnten so bis auf zwei Querungen den Schnee problemlos umgehen. Die Aussicht am Gipfel war mittelmäßig, die Zebra-Landschaft wirkt in Kombination mit den dunklen, tiefhängenden Wolken halt nicht so fotogen. Und so gab es nur kurz Gipfel-Gruppen-Bilder und ein paar Stücke Schokolade, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten.

Ein bisschen Spannung!

Ich entschied mich, die Rinne abzusteigen – einfach weil ich Lust auf Steigeisen hatte. Da die aber schon ziemlich steil ist, war das zwar keine besonders schnelle Lösung, aber sie brachte Spannung und Abwechslung in die Tour! Es machte mächtig Spaß und erhöhte nur die Vorfreude auf unsre Nordwand-Tour am Wochenende.

Nach einer ausgiebigen Pause am „Wandfuß“ (immer dieser Kletterjargon!) stiefelten wir in Richtung Widdersteinhütte und weiter zum Gemsteltal. Auf dem ersten Teil fanden sich doch noch ausgedehnte Schneefelder, die aber unproblematisch zu gehen waren. Das Radler in der Oberen Gemstelalpe schmeckte natürlich vooorzüglich und machte den langen Talhatscher (Gemsteltal raus, Kleinwalsertal rein) doch ganz gut erträglich.

Fazit?

Natürlich eine schöne Tour, keine Frage. Aber ganz ehrlich? Ich war etwas enttäuscht. Vor ein paar Jahren noch wäre der Widderstein ein echtes Abenteuer gewesen, speziell, wenn ich nicht nur einfach mitgelaufen, sondern es selbst organisiert hatte. Das sind die gleichen Gedanken, wie ich sie im vergangen Blogartikel einmal genauer beschrieben habe. So war die Passage mit Steigeisen mit Abstand die spannendste – und hat mir wieder gezeigt: Ich will ins Eis! Das klassische Bergsteigen, wie es hier im Allgäu die Steigerung zu Widderstein und Schneck ist, sind Touren mit dem größten Gefahrenpotenzial – das reizt mich spätestens nach der Erfahrung an der Höfats so gar nicht. Aber gesichert durch ein Seil und in einer völlig neuen Disziplin – das ist, wonach mir momentan der Kopf steht. Von dem her war es eine wertvolle Tour, die mir diese neue „Leidenschaft“ umso deutlicher offenbart hat.

Merci an die zwei Mitstreiter! Allein wär ich wohl nicht los.

 

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1 Comment

  • Reply Corinna Outdoormädchen Juni 7, 2015 at 2:42 pm

    Ach wie cool! Da wollten wir auch hoch letzte Woche. Aber es hatte 1m Neuschnee gegeben und anders als Du bin ich nicht so sehr der Schneehase ^^

    Ich werd also wiederkommen und es dann nochmal probieren – aber definitv auch nicht in der Hauptsaison!

    Lieben Gruß!

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