Oberleiwand! Skitour Höferspitze

Februar 16, 2014

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15 Zentimeter. In der Saison 2013/14 sind 15 Zentimeter ja schon eine galaktische Ansage. Ich meine… 15 Zentimeter! In einer glücklichen Rinne kann man das tatsächlich auf ein gewisses Powder-Gefühl-Maß bringen! Wenn dann noch drei lässige Kerle und insgesamt fünf (!) gute Kameras dabei sind, dann sind das schon mal gute Voraussetzungen. Und doch wurden die Erwartungen noch um Welten übertroffen!

Skitour Höferspitze (c) herrseitz.deWegen des wenigen Schnees konzentriert sich die Skitourenausflugsgemeinde in den vergangenen Wochen Monaten vorwiegend auf das Ostrach- und Kleinwalsertal. Die Hoffnung, dass man etwas Einsamkeit haben würde, hatte ich also bereits aufgegeben. Und sicherheitshalber auch die Hoffnung auf unverspurte Hänge und guten Schnee – hat man niedrige Erwartungen, kann man zumindest nicht allzu enttäuscht werden.

Aber es musste einfach noch etwas Ski-Training her, denn in diesem Monat steht mir noch ein Tourenwochenende mit meinen fitten Brüdern und eines mit noch viel fitteren Bloggerkollegen bevor. Ja, das darf ruhig etwas negativ klingen, immerhin haben bei dem Bloggertreffen genau die abgesagt, bei denen ich die Hoffnung hatte, dass sie den klaffenden Unterschied zwischen den Steilwandfahrern, dem Jedes-Wochenende-auf-Tour-Geher und den verrückten Ultramarathonläufern und mir zumindest etwas kaschieren könnten. Wenn ich daran denke, werde ich etwas unruhig, aber die Komfortzone soll man ja schließlich eh regelmäßig verlassen. So, und auf die Höferspitze wollt ich ja eh schon lange mal.

Allein!? Sei nicht naiv!

Seltsame Fußstellung!? (c)  Immanuel Rapp PhotographyAnfangs waren wir jedoch tatsächlich noch annährend allein unterwegs, weil all die anderen zur Mode-Tour Nr. 1 diesen Winter abbogen – dem Karlstor. Eine nordseitig, gemütlich geneigte Rinne am Widderstein, die auch bei dem seltenen Schneefall akzeptablen „Pulver“ verspricht. Da auf diese Idee leider jedes Wochenende ein Viertel des Allgäus und 60 % aller Stuttgarter kommen (der gefühlte Rest geht auf die Güntlespitze), handelt es sich inzwischen für mich um eine Tour auf der roten Liste. Also wenn überhaupt, dann mal unter der Woche. Und nach dieser Abzweigung waren tatsächlich keine Skitourengeher mehr auf unserem Weg. Einen ganz kurzen Moment dachte ich sogar darüber nach, ob womöglich einfach viele keine Lust mehr auf Skitouren hätten und wir deshalb vielleicht „allein“ am Berg wären. Haha. Wie naiv.

Obs geht?

Aufstieg (c) Immanuel Rapp PhotographyOffensichtlich waren wir leider nicht allzu schnell unterwegs, jedenfalls kamen immer mehr Gruppen von hinten nach. Auf die erste Steilstufe durch teilweise recht störrischen Bewuchs ging es ein kurzes Stück auf dem schneearmen Sommerweg durch den Wald, bevor wir direkt vor der zweiten Stufe standen. Und obwohl vom Gipfel erst etwa vier Spuren hinabführten (morgens um zehn! Da hatten welche etwas goldrichtig gemacht…), sah mir dieser sehr schmale Bereich für die Abfahrt schon mächtig verfahren aus. Aber da drüben, zwischen all den Felsen… Ja, da war womöglich ein Durchschlupf erkennbar. Zwei Meter breit, sehr kurz sehr steil, aber eventuell echt gut machbar. Man müsste nur oben ziemlich hartnäckig nach rechts queren, dacht ich mir noch während des Aufstiegs. Obs geht?

Sturm am Grat

Am Grat der HöferspitzeDer restliche Aufstieg ging mit einigen Spitzkehren recht gemütlich, obwohl der Föhn von Meter zu Meter spürbarer wurde. Immer wieder zwang uns der Wind mit der nächsten Kehre zu warten, um nicht umgepustet zu werden. Oben am Grat musste man sich dann tatsächlich recht entschlossen den Windböen entgegenstellen. Dafür waren die Windfahnen ein schönes Fotomotiv. Während Immanuel und Flori sich den Gipfel nicht entgehen lassen wollten, zogen Christian und ich den beinahe unverfahrenen Aufstiegshang vor. Bei windgepresstem, aber wirklich noch erstaunlich genialem Schnee ging es mit weiten Schwüngen hinab, wo wir in der Windstille Brotzeit machten und auf die anderen kurz warteten. In der Sonne war es unglaublich warm.

Höferspitze Gipfelpanorama (c) Immanuel Rapp Photography

Bild anklicken und staunen!

Kurz steil, dann geil!

Fahrspaß! (c) Immanuel Rapp PhotographyZu viert ging es dann in Richtung Durchschlupf, den ich vom Aufstieg aus gesehen hatte. Weil bisher alle anderen der Aufstiegsspur gefolgt waren, hatten wir noch einmal einen kleinen nordseitigen Hang mit herrlichstem Pulver – allein dafür hatte es sich schon gelohnt! Absolut genial! Das Queren ging ganz gut, zumindest bis wir zehn Meter vor der auserwählten Rinne standen. Um zum Durchschlupf zu gelangen, mussten wir eine kritische kleine Rinne durchqueren. Einzeln und zu Fuß ging es rüber. Die Rinne selbst hatte über vielleicht zwei Meter gut 45° und wurde dann langsam flacher. Ich als Nicht-Steilwandfahrer stapfte die paar Meter noch, Immanuel der alte Haudegen fuhr das Ding natürlich. Die Aktion hatte sich jedenfalls sowas von gelohnt – der folgende breite Hang, der unten noch in eine breite Wanne überging war einfach… Ach, ihr wisst schon. So wie man sich das halt einfach wünscht! Traumhaftestest!! Ach was sag ich… Unbeschreiblich!

Noch etwas Gemurkse. Egal!

Nach so einer Abfahrt akzeptierten wir dann auch bereitwillig das restliche Gemurkse durch den Wald  – ich will mir nicht vorstellen, wie das alles am nächsten Tag zu fahren wäre. Bei uns gings dank des frischen (inzwischen allerdings nassen) Schnees noch ganz ok, trotzdem war ich froh, als wir es unten auf dem Sommerweg dann einfach nur noch laufen lassen konnten. Mit einer kurzen Aufstiegs-Unterbrechung schlitterten wir so mit einem ziiiiemlich breiten Grinsen im Gesicht in Richtung Baad.

Fazit

Geringe Erwartungen gepaart mit überragenden Verhältnissen und lässigen Leuten – eine Kombi mit sehr vielversprechendem Grins-Faktor. Da hat an der Höferspitze einfach alles gepasst – Wetter, Leute, Schnee, Ziel, Lawinenverhältnisse. Einfach genializiös! Ich bin komplett entzückt! Danke Jungs!

PS: Vielen Dank für die wirklich tollen Bilder an Immanuel und Christian.

 

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13 Comments

  • Reply Christian Februar 16, 2014 at 4:25 pm

    Wow!
    Einen überaus genialen Tag in geniale Worte gefasst. Ich weiß gar nicht, was ich sonst noch sagen soll, außer vielleicht, dass ich immer noch ein ziemlich breites Grinsen im Gesicht habe, wenn ich an gestern denke. 😀

  • Reply Jens | Hiking Blog Februar 16, 2014 at 6:25 pm

    Geile Skitour Erika und tolle Fotos! Weißt du eigentlich, wie gut es euch da in den Bergen mit den 15 cm Schnee geht? Bei uns hat es diesen Winter noch nicht einmal geschneit 🙁 Also freu dich, auch wenn es nur 15 cm sind. Und ich freue mich, dass ich das weiße Zeugs wenigstens bei dir im Blog zu Gesicht bekomme.

    • Reply ulligunde Februar 16, 2014 at 6:28 pm

      Hi Jens,

      ich werde mich bemühen, die nächsten Wochen noch ein bisschen virtuellen Schnee in den Norden zu schaffen. Versprochen!

  • Reply Wu Februar 17, 2014 at 8:36 am

    Was heißt den hier „verückten Ultramarathonläufern“ tztztztz 🙂

    • Reply Sabrina Februar 17, 2014 at 8:44 am

      Eben, eben! Außerdem läuft das ja nur der WU! 🙂

      Unser Link funktioniert bei Dir im Text irgendwie nicht, dabei ist Deine Verlinkung mehr als genial in Deinem Text eingebaut! Danke dafür! 🙂

      Außerdem, geniale Tour und absolut beeindruckende Bilder! Da kann der WU noch was von Dir lernen und ich so wie so! Ich habe weder ein gutes Auge noch die passende Kamera für solchen Bilder!

      Schön geschrieben!!!

      LG und viel Spaß mit dem verrückten Ultraläufer, beim nächsten Mal bin ich wieder dabei!!!

      • Reply ulligunde Februar 17, 2014 at 10:17 am

        Hoppla, das mit dem Link habe ich gleich mal geändert. Ich bin ja mal gespannt, wie viel ich in der Silvretta zum Fotografieren komme! Das nächste Mal musst du aber auf jeden Fall mitkommen. MÄDELSPOWER!! 🙂

        • Reply Sabrina Februar 17, 2014 at 1:43 pm

          Versprochen – da lass ich nicht aus!!!!!

          Und Danke wirklich für den Link!

  • Reply andi Februar 17, 2014 at 7:08 pm

    Das Titelfoto ist turbogalaktisch!

    • Reply ulligunde Februar 17, 2014 at 7:27 pm

      Ein Wort, das von mir kommen könnte! Danke!

  • Reply Reiner Februar 17, 2014 at 8:25 pm

    hallo Erika, wieder mal ein geiler Bericht und super super Bilder 🙂 ich hoff mal ich komm heuer auch noch mal in den Genuss eine Skitour im Allgäu zu machen.
    Du willst in die Silvretta, wann? Ich fahr morgen auf die Jamtalhütte und werd so gegen 9 Uhr Richtung Füssen unterwegs sein. Kannst ja gleich mitfahrn 🙂
    Gruß Reiner

    • Reply ulligunde Februar 17, 2014 at 8:42 pm

      Hi Reiner, nette Idee 😉 Silvretta ist allerdings erst Anfang März dran, davor gehts erstmal noch nach Graubünden. Welche Touren habt ihr im Jamtal vor?

      Viel Spaß dort! Und verrat mir gern danach die Verhältnisse 😉

      • Reply Reiner Februar 17, 2014 at 9:08 pm

        ja mal schaun, kommt auf den Lawinenbericht an…Grenzeckkopf, Gamsspitze, Jamspitze, Dreiländerspitz, dann noch rüber zur Wiesbadener Hütte mit Piz Buin, Silvettahorn, also einige Touren in Planung. Ich war ja im Sep. schon z Hochtouren dort…war einfach geil 🙂

        Reiner

  • Reply Auf Skitour zur Höferspitze | herrseitz.de März 4, 2014 at 9:59 pm

    […] Den Artikel von Erika über die Tour findest du übrigens hier: Oberleiwand! Skitour zur Höferspitze. […]

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