Handschuhe, die bei kälterem Skitourenwetter wärmen, aber dennoch dünn genug sind, dass man noch ohne Probleme sichern und im leichten Gelände klettern kann – das kann doch nicht so schwer sein! Oh doch, das kann es…
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Seit ich auf der Suche nach eben diesen Handschuhen bin, haben sich sage und schreibe drei Paar in meinem Schrank gesammelt. Die einen waren nett, aber wenn man darin schwitzt und die Hand rauszieht, rutscht gleich das ganze Innenfutter mit heraus. Jeden einzelnen Finger da wieder zurückzufriemeln ist eine Aufgabe, zu der man enorm viel Geduld benötigt. Hab ich nicht. Nächster!
Das nachfolgende Paar war im ersten Moment wirklich toll: Grip auf der gesamten Innenfläche, ziemlich leicht und so eng, dass man tatsächlich alles damit anfassen konnte. Damit ging sogar eine 6 an der Kunstwand. Aber des Einen Vorteil ist des Anderen Nachteil: Wenn es wirklich kalt ist, schnüren die Nähte an den Daumen das Blut so ab, dass die Finger noch schneller auskühlen. Nichts für Skitouren… Nächster bitte!
Diesmal habe ich es mit dem dehnbaren Polartec versucht, um nicht noch einmal den gleichen Fehler zu machen. Der Heavy Weight Liner von Black Diamond ist für Temperaturen um die 0°C gemacht und ist an den Handinnenflächen mit Lederverstärkung und an den Fingerspitzen mit zusätzlichem Grip ausgestattet.
Die Crux bei diesen Handschuhen ist definitiv, die richtige Größe zu erwischen, zumindest beim Onlinekauf. Die Bergfreunde schickten mir zur Orientierung gleich noch die offizielle „Größtentabelle“ von Black Diamond mit, allerdings in kryptischer Form:
BD sagt bei den Größen folgendes:
Umfang der Hand: Messen Sie an ihrer starken Hand – rund um die Knöchel mit geschlossenen Fingern.
Länge der Handfläche: Messen sie von der Hautfalte am Handgelenk (Handinnenseite) bis zur Spitze Ihres Mittelfingers.
Die Tabelle sagt dann:
XS: 15.9-17.1
S: 17.1-18.4
M: 18.4-19.7
Ein Video von Black Diamond erklärt zumindest, wie richtig gemessen werden soll:
Nach einigen verwirrenden Messergebnissen kam irgendwann etwas heraus, das Richtung Größe S tendierte. Volltreffer! Die Handschuhe passen wirklich gut, die Finger sind weder zu lang noch zu eng, die Bündchen am Handgelenk schneiden nicht ein, sind aber auch nicht zu locker – alles passt gemütlich, auch bei längerem Einsatz.
Ich testete die HeavyWeight Liner während einer Hochtour in Graubünden. Gut eine Stunde Kletterei in steilen Schneefeldern und rauem Fels trieb die Handschuhe an ihre Grenzen. Am Gipfel angekommen, waren sie zwar feucht, aber noch nicht kalt. Das Wasser perlt – zumindest jetzt am Anfang – auch noch relativ gut ab. Erst nach dem Abstieg waren sie wirklich triefnass und so eigentlich nicht mehr zu gebrauchen, aber da steckten sie dann auch schon zwei Stunden in sehr feuchtem Schnee. Dadurch dass das Polartec recht dick ist, brauchen die Handschuhe natürlich einige Stunden, bis sie wirklich wieder einsatzbereit sind. Dennoch sind sie ziemlich genau das, was ich gesucht habe. Durch die glatte Oberfläche wird der Wind übrigens erstaunlich gut abgehalten, das habe ich gerade diesen Winter bei Skitouren häufig vermisst.
Insgesamt also tatsächlich endlich die eierlegende Wollmichsau: Leicht, guter Grip, eng, warm und nicht besonders groß. Einziges Manko: Mit den Silikonaufsätzen an den Fingerspitzen kann man leider keinen Touchscreen bedienen – das hat The North Face besser gelöst. Aber was soll’s. Landkarten kann man mit ihnen zumindest gut halten. Wenn man dann noch die richtigen Freunde dabei hat, ist das Telefon eh fast unnötig. In diesem Sinne: Kaufen!
PS: Andreas vom outdoorblog hat eine schöne Übersicht zu Materialen und Einsatzbereichen von Handschuhen geschrieben.
Schlagwort: Grip, Handschuhe, Klettern, Leder, Polartec, Sichern, Silikon, Skitouren
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